Quote, Quote, Quote – das Leben ist gar nicht mal so schlecht 21. Mai 2017 – Fest&Flauschig

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IntroGedicht

Es ist ein stinknormaler Sonntag in Deutschland. Zwei Männer unterhalten sich über dies und das und jenes. Aus meinem unveröffentlichen Bestseller „Marta und ich“, also meine Oma und Marco, ich also, das Kapitel, es wird gegessen was auf den Tisch kommt. Immer wenn uns Kinder etwas nicht schmeckte, was nicht selten vorkam und bei mir meist die Rosenkohl und Blumenkohlgerichte betraf, sagte Oma: „Es wird gegessen was auf den Tisch kommt“. Und an dieser Regel kam keiner vorbei. Selbst verzweifelt schreiende und bitterlich weinende Kinder auch aus der Nachbarschaft, kamen nicht umher, den von Oma perfekt portionsweise abgestimmten , zugedachten und aufgefüllten Teller blitzeblank sauber zu essen. Bei einem Anflug von Knade, mindestens so weit, dass man die kleine Giraffe auf dem Fußboden des Teller sehen konnte. Was mich zu einer gewissen Perfektion brachte, Rosenkohlknollen in unglaubliche Höhe zu stapeln. Exakt um den Umriss der Giraffe herum. Auch nach den Beteuerungen meiner Großcousine, sie habe eine Allergie gegen Spinat, schleuderte Oma ihr lediglich besagten Satz entgegen: „Es wird gegessen was auf den Tisch kommt“. Ihren mehrmonatigen Krankenhausaufenthalt nach dieser Mahlzeit, führte auf „Anstellerei“ zurück. Mein Onkel mütterlicherseits, musste den Satz „Es wird gegessen was auf den Tisch kommt“ sehr stark verinnerlicht haben, denn eines späten Nachmittags, als die Familie im Hof ein Grillfest feierte und ich ins Haus geschickt wurde, um meine braun-orange Strickjacke zu holen, hörte ich plötzlich seltsame Geräusche aus der Küche. Ich spähte durch den Spalt und sah meinen Onkel mütterlicherseits, mit seinem Kopf zwischen den Beinen meiner Tante väterlicherseits, welche rücklings faul auf dem Küchentisch lag, beide Beine in der Luft. Was ich mit einem lauten „Bä“ quittierte. Was mir nach Unterschrift einer Verschwiegenheitserklärung  eine mehrmonatige Taschengelderhöhung einbrachte. Väterlicher- sowie mütterlicherseits.

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